Heinz Kühnel

Im Forum denke ich über Kunst nach. In erster Linie gehe ich den
Fragen nach, ob Kunst notwendig ist. Wobei die Beträge dazu alle
Bereiche meiner Arbeit umfassen und der Schwerpunkt im Forum
auf einem breiten Zugang zum Thema liegt.
Forum bedeutet auch, dass mit eine Plattform entsteht, die offen
ist für Beiträge, sofern Bedarf besteht.

Für den Piloten hier nun einige Passagen zu den Bildern:

Sie wurden im Rahmen der Mauthausner Kulturbaustelle 2007 gezeigt.
Sie wurden inszeniert.
Inszeniert insofern als das diese Bilder bei unterschiedlichem Licht
ihre Wirkung entfalten.

Festhalten möchte ich dazu, dass das Bild immer als abstrakte Farbgestaltung einer Fläche beginnt.
Auf diese Weise erhalte ich ein so genanntes, informell, abstraktes Bild.
Informell, habe ich mir sagen lassen heißt, ich informiere (mich) über mein momentanes Befinden, insoweit als das ich beginnend bei meiner Farbwahl bis zum Farbauftrag die weiße Fläche umwittme.

Dann lasse ich mich von den so entstandenen Momentaufnahmen meines
Empfindens leiten. In der Folge dunkle ich den Raum ab und begebe
mich auf die Suche.
All die Jahre hat mir diese Arbeitsweise hunderte Bilder geschenkt.

Nun wonach suche ich?
Ich suche nach Gesichtern. Nicht irgendein Gesicht! In den Schlieren und
Mustern der abstrakten Vorlage verstecken sich für die Interpretation
durch mich tausende Gesichter und zusammen ergeben sie irgendwann eine Komposition, das Bild.
Interessanterweise werden starke, zuweilen expressive Bilder daraus, die
eher der gegenständlichen Malerei zu zuordnen sind.

Warum nun Gesichter?
Hier muss ich spekulieren. Vermutlich haben wir als Gattung einen
reichhaltigen Fundus in unseren Speichern angelagert, sodass wir
immer im Antlitz unseres Gegenübers lesen können, wie das werte
Empfinden und Befinden gerade halt so ist. Klingt einfach, ist aber
sehr spannend, weil wir vieles von dem was es da zusehen/ entdecken
gilt, nicht mehr wirklich brauchen.
Zudem ist die Bandbreite dessen was sich einem da so alles aufdrängt
grandios. Von der Karikatur, bis zur Zerrissenheit einer Monsterfratze –
vom Schmerz, über die Lust in menschlichen Gesichtern, bis zur kindlich,
naiven Unschuld, lässt sich so alles herausfiltern.

Nach und nach entsteht so mein Bild. Ein Jahr in dem ein und dasselbe Bild immer wieder mein Interesse weckt ist beim betrachten dann selbstverständlich kein Augenblick in dem das Betrachten/sprich Erfassen sofort geschieht/sich einstellt.
Genauso kann ein Aspekt dem ich in so einem Bild schon Ständig nachspüre sich mir als klare Aktion vor Augen stellen und im günstigsten Fall hebt mein zutun das Bildgeschehen prägnant.

Ich habe nahezu zwei Jahrzehnte gebraucht um von der Entdeckung dieser Vorgehensweise bis zur Ausstellung einer handvoll Bilder bei
der Kultbaustelle Mauthausen dieses Jahr mein Bildgebendes Verfahren
zu entwickeln.
Die Herausforderung war, jedes Bild von seiner abstrakten Vorgabe her
als Persönlichkeit erstehen zu lassen.
Die Überwindung war, in bestehende, durchgearbeitete Bilder immer wieder einzugreifen, weil gegenständliche Bilder dazu neigen zu erstarren.
Das Ziel ist eine neue Kunstform in der bildenden Kunst, der sich auch
andere Künstler bedienen.
Klingt unbescheiden, ist es auch.

So habe ich in aller Eile diese Bilder für den PC bearbeitet, um speziell für dieses Medium eine Prognose in Hinblick auf die Bilder zu geben.
Allein der Computer ist das Medium um diesen Arbeitsansatz in seinem
Reichtum auszuschöpfen.
Download und Weiterbearbeitung erwünscht.

In diesem Sinne: Fröhliches Schaffen!

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